Der Wert einer Null

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in diesem Jahr wieder regelmäßiger einen Beitrag zu bloggen, aber irgendwie gelingt mir das noch nicht so richtig. Inzwischen habe ich eine Erklärung dafür, woran es liegen könnte. Erst war es das unbehagliche Gefühl vor der anstehenden Null, und nun ist es das Ergebnis davon, sprich: das Alter. Natürlich habe ich mir vorher lange genug eingeredet, dass niemand eine Null beim Geburtstag umgehen kann, es sei denn, er stirbt früher. Das wollte ich allerdings auch nicht, und deswegen habe ich mich einfach verkrümelt. Nicht so wie bei der fünften Null, als ich mir sieben Stunden Zeit schenkte, weil ich das erste Mal im Leben nach Amerika flog. Nein, dieses Mal waren es vier Tage Mallorca. Zusammen mit Sabine, der Tochter meiner verstorbenen Freundin Ille.
Es ging nach Santa Ponsa, einem entzückenden Ort mit nur einem Nachteil: wir konnten nicht kilometerweit am Strand langlaufen, sondern direkt ans Meer kam man nur an der Badebucht. Insofern konnten wir die Blumen für Ille, die damals eine Seebestattung hatte, auch nicht allzu weit ins Wasser hinauswerfen, aber sie fanden ihren Weg hinaus aufs Meer auch allein. Wir hatten die ganze Zeit wunderbares Wetter mit 17 Grad, derweil aus Deutschland Schneeberichte bei uns landeten.  

Der Geburtstag selbst begann an einem mit Rosenblättern geschmückten Frühstückstisch, Kerzen auf Tortenstücken und einem Ständchen des Servicepersonals. Genauso vollgepackt mit Überraschungen ging es weiter. In einem Restaurant am Flohmarkt bestellten wir zwei Kaffee und zwei Baguettes mit Tomaten, stellten auf der Rechnung fest, dass lediglich der Kaffee abkassiert wurde, und als wir den Irrtum fünf Minuten später aufklären wollten wurde uns mitgeteilt, das wäre geschenkt. War schon ein tolles Gefühl, wenn Ehrlichkeit so belohnt wird. Da weit und breit kein Taxi zu finden war, nahm ein netter Österreicher mit seiner Frau uns mit zurück nach Santa Ponsa, ohne dass wir fragen mussten, und beim Zurückkommen fanden wir im Hotel noch eine Flasche Sekt auf dem Zimmer vor, ein Geschenk des Hauses.  Am späten Nachmittag hatten mich bereits 78 Glückwünsche erreicht, und schöner hätte der Tag nirgendwo anders verlaufen können.

Am nächsten Tag feierten wir mit Natalie, der nettesten Reiseleiterin die ich bisher kennengelernt habe, ganz privat den St. Patrick`s Day, da in Santa Ponsa sehr viele Iren beheimatet sind, lernten dabei noch andere nette Menschen kennen und amüsierten uns prächtig.

Insgesamt gesehen also vier wunderbare Tage, und ich verstehe gar nicht mehr, warum ich mich vor dem Tag so gefürchtet habe. Es geht mir prima, trotz der Null, ich bin dem Schicksal dankbar für alle schönen Dinge, die es mir täglich beschert, und wenn man es genau nimmt, sind Nullen ja auch sehr wertvoll, zumindest dann, wenn sie hinter einer Zahl stehen. Je mehr desto besser…..

 

 

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